Freiburger Mittelstandskongress

Programm

Informative und spannende Themen mit zahlreichen Inspirationen für das eigene wirtschaftliche Handeln, so lassen sich die Programmpunkte des Freiburger Mittelstandskongresses zusammenfassen.

Programmübersicht

Hier erhalten Sie eine Übersicht unserer Programmpunkte des Freiburger Mittelstandskongress 2022.

08:00 UHR

Einlass / Networking Coffee

09:00 - 9:15 UHR

Begrüßung / Intro

Begrüßung durch die Organisatoren und Intro durch

Dr. Dieter Salomon Hauptgeschäftsführer IHK Südlicher Oberrhein

09:15 - 10.00 Uhr

Eröffnungsvortrag: Die neue Welt(un)ordnung

Ambassador a. D.Prof.Dr. hc Wolfgang Ischinger President of the Board of Trustees of the Munich Security Conference Foundation

Die neue Welt(un)ordnung

Mit einem Ausblick auf die aktuelle weltpolitische Lage, die transatlantischen Beziehungen, regionale Krisenherde und die außen- und sicherheitspolitischen Aufgaben und Herausforderungen der deutschen Bundesregierung umreißt Botschafter a.D. Wolfgang Ischinger, Präsident des Stiftungsrats der Stiftung Münchner Sicherheitskonferenz, die Lage in der Welt. Seine Zusammenfassung der aktuellen politischen Entwicklungen und wichtigen geostrategischen Trends bietet breitgefächerte Denkanstöße zur Einstimmung auf das diesjährige Kongressthema der globalen Megatrends.

10:00 - 10:40 UHR

Pause & Besuche der Ausstellung

10:40 BIS 11:30 UHR – PARALLELVORTRÄGE

Heute wissen, was morgen zählt. Dynamisches Kompetenzmanagement als Herausforderung.

Prof. Dr. Dipl.-Psych. Heiko Roehl Geschäftsführer Kessel & Kessel GmbH, Berlin

Heute wissen, was morgen zählt.
Dynamisches Kompetenzmanagement als Herausforderung.

Seit Jahrzehnten sind die Cassandrarufe besorgter Wissenschaftler allgegenwärtig: Unsere Welt soll unübersichtlicher werden, komplexer und für den/die einzelne/n immer weniger vorhersehbar. Die transdisziplinäre Disziplin der strategischen Vorausschau („Strategic Foresight“) hat dafür bereits vor 2 Jahrzehnten das Akronym VUKA erfunden. Es steht für die Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität unserer neuen Zeit. Globalisierung, Digitalisierung, Klimawandel, globale Vernetzung und weitere Entwicklungen haben unsere Gesellschaften verändert, und sie verändern sich in zunehmendem Maße in einem rasanten technologie- und ökonomiegetriebenen Wettbewerb. Inzwischen sind viele der Zukunftsszenarien längst im Alltag angekommen. Und wir spüren die steigende Komplexität allerorten. Nicht nur hat sich die Halbwertszeit des Wissens in vielen Disziplinen drastisch verringert (Wissen wird also immer schneller entwertet), es wird auch immer aufwändiger für den/die einzelne/n, sich überhaupt noch auszukennen.

Für Organisationen hat diese Unübersichtlichkeit dramatische Konsequenzen. Der strategische Anpassungsdruck steigt. Agilität, Elastizität und Flexibilität in Purpose, Aufbau und Abläufen der Organisation werden überlebenswichtig. Fokussieren wir auf die Frage, was in der Organisation von morgen gewusst werden muss, offenbart sich ein Dilemma: Auf der einen Seite muss heute schon erkannt werden, was die (Engpass!-) Kompetenzen der kommenden Jahr sein werden, um sich in Ausbildung und/oder Recruitment darauf vorzubereiten. Auf der anderen Seite altert diese Prognose selbst immer schneller. Was heute für die Zukunft relevant scheint, muss es morgen nicht wirklich sein. Die Digitalisierung beschleunigt technische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklungen in einer Weise, die auch das Lernen grundlegend verändert: Wissen und Kompetenzen können in Zukunft immer weniger auf Vorrat ausgebildet werden.

Der Vortrag präsentiert einen dynamischen Ansatz zur Analyse der gegenwärtig und zukünftig benötigten Kompetenzbedarfe, der ein reflexives und iteratives Vorgehen ermöglicht. Er basiert auf einem Diskussionspapier der ACATECH  (Hrsg. v. Joh. Christian Jacobs, Henning Kagermann, Heiko Roehl, Dieter Spath) aus 2021.

Intelligente Roboter und KI in der Büroarbeitswelt | Szenarien, Chancen und Herausforderungen

Prof. Dr. Dr. Ruth Stock-Homburg Technische Universität Darmstadt

Intelligente Roboter und KI in der Büroarbeitswelt:
Szenarien, Chancen und Herausforderungen

In naher Zukunft werden Roboter unseren Alltag so selbstverständlich prägen, wie es Technologien wie Computer und Fernseher heute schon tun. Während sie in der Vergangenheit vor allem Menschen bei einfachen Routineaufgaben in der Produktion unterstützen, werden Roboter im Zeitalter von Industrie 5.0 zunehmend in nichttechnischen Büroarbeitsumgebungen eingesetzt. Erste Studien deuten darauf hin, dass wir Roboter zukünftig als Teamassistenten, Kollegen oder sogar Manager in unseren Büros antreffen werden.

Bereits heute arbeiten im leap in time Forschungslabor in Darmstadt intelligente Roboter an Seite mit Büroarbeitern. Zum Einsatz kommen verschiedene so genannte humanoide Roboter, wie Pepper oder Elenoide. Gemischte Mensch-Roboter Teams bringen zahlreiche Chancen, wie Effizienzsteigerungen und erhöhe Transparenz mit sich. Allerdings sind hiermit auch gewisse Herausforderungen verbunden, angefangen von der Akzeptanz der Roboter durch Mitarbeiter bis hin zur technischen und organisatorischen Integration in bestehende Unternehmensprozesse.

Im Vortrag von Prof. Stock-Homburg werden Erfahrungen aus gemischten Mensch-Roboter Teams in der Büroarbeitswelt berichtet und erste Studienergebnisse zur Leistungsfähigkeit von Robotern in Büroarbeitswelten vorgestellt. Darüber hinaus werden Szenarien für den Einsatz von Robotern in Büroarbeitswelten und die damit verbundenen Chancen und Herausforderungen diskutiert.

11:30 – 12:10 UHR

Pause & Besuche der Ausstellung

12:10 BIS 13:00 UHR - PARALLELVORTRÄGE

How’s work? Was Beschäftigte in Deutschland bewegt, belastet und was sie künftig benötigen werden

Dr. Fabian Krapf Geschäftsführender Gesellschafter, Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung GmbH, Konstanz

How‘s work?
Was Beschäftigte in Deutschland bewegt, belastet und was sie künftig benötigen werden

Zunehmende Entgrenzung, schnelles Arbeiten und lange Bildschirmarbeit – die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt sind vielfältig. Welche konkreten Handlungsbedarfe sich daraus für Unternehmen und Öffentliche Einrichtungen in der Zukunft ergeben, verrät die großangelegte Beschäftigtenstudie „How’s work?“ des Instituts für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG) und der Techniker Krankenkasse.

Die beiden Studienpartner führten in den Jahren 2018 bis 2021 in insgesamt 43 Unternehmen und Öffentlichen Einrichtungen gesundheitsbezogene Beschäftigtenbefragungen und psychische Gefährdungsanalysen durch. Insgesamt konnten auf diese Weise 11.199 Beschäftigte befragt werden – eine Stichprobengröße, die im Betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) ihres Gleichen sucht.

Welche Beschäftigtengruppen als Risikogruppen gelten, wie stark Führungskräfte belastet sind und was sich die unzufriedenen Beschäftigten wünschen – auf diese Fragen gibt der Vortrag von Dr. Fabian Krapf, Managing Partner beim IFBG, Antwort. Darüber hinaus gewährt der Referent Einblick in weitere brandaktuelle Forschungsprojekte und -ergebnisse zu Präsentismus, New Work und weiteren Zukunftsthemen.

Berufe in der Transformation

Dr. Britta Matthes Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit, Nürnberg

Berufe in der Transformation

Wirtschaft und Arbeitsmarkt unterliegen einem permanenten Wandel. Dieser Wandel wird nicht nur durch langfristige Entwicklungen wie demografische Veränderungen oder Globalisierung beeinflusst, sondern auch sehr stark durch die digitale und die ökologische Transformation. Daneben spielen unerwartete Ereignisse wie die Covid-19-Pandemie oder der Krieg in der Ukraine eine Rolle.

Der Vortrag zeigt auf, dass ein großer Teil der Anpassungen am Arbeitsmarkt auf der beruflichen Ebene geschieht.

  • Zum einen ändert sich die Berufsstruktur: Zum Beispiel sinkt die Zahl der Beschäftigten in Berufen, in denen viele Tätigkeiten von Computern und computergesteuerten Maschinen ausgeübt werden können, stärker als in Berufen, in denen viele Tätigkeiten von Menschenhand erledigt werden.
  • Aber nicht nur die Zahl der in den verschiedenen Berufen Beschäftigten verändert sich, sondern auch die Berufe selbst. Bestimmte Kompetenzen verlieren an Bedeutung, während andere an Bedeutung gewinnen und neue Kompetenzen zur Erledigung der in dem Beruf anfallenden Aufgaben hinzukommen.
  • Darüber hinaus entstehen auch gänzlich neue Berufe.

Diese Entwicklungen haben erhebliche Auswirkungen auf die strategische Personalentwicklungsplanung in den Betrieben, entsprechende Empfehlungen werden im Vortrag diskutiert.

13:00 - 14:15 UHR

Pause & Besuche der Ausstellung

14:15 BIS 15:30 UHR – PODIUMSGESPRÄCH

Wie wollen wir in Zukunft leben?

Presenter: Markus Brock TV presenter (3sat, SWR)

Teilnehmer

Dr. Franziska Brantner

Parlamentarische Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft und Klimaschutz

Prof. Dr. Armin Grunwald

Institutsleiter – Institut für Technikfolgenabschätzung und Systemanalyse (ITAS), Karlsruhe und Mitglied im Deutschen Ethikrat

Dr. Ulrich Schneider

Geschäftsführer Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Berlin

Doris Sibum

Gesellschafterin und Aufsichtsratsvorsitzende des IZT – Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung gGmbH, Berlin

15:30 - 16:00 UHR

Pause & Besuche der Ausstellung

16:00 BIS 17:00 UHR – ABSCHLUSSVORTRAG

Integrität in Wirtschaft und Gesellschaft

Prof. Dr. dr hc Klaus M. Leisinger Founder and President of the Global Values ​​Alliance Foundation, Basel

Integrität in Wirtschaft und Gesellschaft

Heute hat jedes Unternehmen, das etwas auf sich hält, ein Leitbild, in dem versichert wird, dass die Integrität des Handelns zu den höchsten Gütern zählt. Dennoch werden im Alltag oft die Grenzen der Legalität getestet. Wie kann das sein? Sind dies einmalige Verfehlungen einzelner Manager und somit die Ausnahme von einer ansonsten integren Regel? Oder liegt es an organisatorischen Schwächen?

Integrität ist vor allem eine persönliche Verantwortung: Integre Führungspersönlichkeiten schauen genau hin, handeln nach bestem Wissen und Gewissen und gehen mit gutem Beispiel voran. Wenn sie Zusagen machen, halten sie diese ein, wenn sie Fehler gemacht haben, stehen sie dafür ein und korrigieren sie. Sie motivieren die im Unternehmen arbeitenden Menschen durch Fairness und Anerkennung und vermitteln ihnen, dass sie Teil von etwas Größerem sind, für das sie mit Stolz einstehen können. Klaus Leisinger stellt mit einem Minimum an akademischer Theorie praktische Erkenntnisse und Instrumente vor, die im geschäftlichen Alltag helfen, mit moralischen Dilemmata umzugehen und auf der Basis allgemein gültiger Werte praktikable Lösungen zu erarbeiten.

In den kommenden Jahren wird die gesellschaftliche Akzeptanz von Unternehmen zusätzlich zu ökonomischen Spitzenleistungen vermehrt daran gemessen, in welchem Ausmaß sie den sozialen, ökologischen und politischen Erwartungen der Menschen gerecht werden. Dadurch entstehen neue Wettbewerbsebene für integer handelnde Unternehmen.

17:00 UHR

Auf Wiedersehen!

Vielen Dank für Ihren Besuch! Wir freuen uns sehr, Sie auf die nächsten Freiburger Mittelstandskongresse am 18.10.2023 und am 16.10.2024 wieder zu begrüßen.